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Vor mehr als 100 Jahren:

Als wir noch in der Gempengasse wohnten, war ich erst fünf Jahre alt. Ich ging jeden Nachmittag an den Bach, denn unter unserer Brücke hatte es grosse Forellen.
An einem Nachmittag fand ich eine Mausfalle. Plötzlich fasste mich die Idee, Fische damit zu fangen. Ich suchte mir eine Schnur, befestigte die Mausfalle und liess sie gerichtet ins Wasser.
Ich stand mehr als eine Stunde auf der Brücke und lauschte auf Fische. Plötzlich bekam ich das Uebergewicht und fiel in den Bach. Die Nachbarn lachten, als ich zum Bach hinaus kroch, denn sie hatten mir von ihrem Hause weg zugesehen. 

Da konnte ich auch sagen: "Und pudelnass kroch ich zum Bache hinaus, verlacht von den Nachbarn enteilt' ich nach Haus."

1912   PF


In meiner Jugendzeit geschah mancherlei.. So auch als ich die ersten Hosen trug. Ich durfte mit meiner älteren Schwester ins Dorf. Der Bach war noch nicht gedeckt, darum überauerten grössere und kleinere Brücken denselben. Neben keiner Brücke konnte ich vorbeigehen, ohne dass ich über dieselbe hüpfte.

Meine Schwester wollte mich diesesmal nicht loslassen, denn sie fürchtete, ich könnte in den Bach fallen. Ich wurde böse, und als ich zu dem Brücklein kam vor dem Konsumladen, befreite ich mich aus der Hand der Schwester und sprang über das Brücklein. Ich kam aber nicht ganz hinüber, denn in der Mitte bin ich ausgeglitten und in den Bach gefallen.

Im Bach war wenig Wasser, aber trotzdem schrie ich schrecklich. Ein anwesender Knabe sprang ins Wasser, hob mich auf und brachte mich der Schwester. Ich war voller Aengsten, denn ich dachte, ich bekomme daheim noch Prügel. Daheim angekommen, sollte ich alles erzählen wie es sich zugetragen hatte, konnte aber vor Angst kein Wort reden.

Am andern Tag sagte ich immer: "I will nimme übers hölzig Wägli goh!"

1913    GT


Als ich noch in die Kleinkinderschule ging, war ich immer sehr unruhig. Die Lehrerin klagete es oft meiner Mutter aber es nützte nichts. Als ich wieder einmal so unruhig war, band mich die Lehrerin mit einer Schnur an die Bank. Diese war aber zu schwach, und als die Lehrerin einmal nicht gerade zuschaute, zeriss ich die Schnur und sprang zur Türe hinaus. Ich kam nicht weit, denn die Lehrerin sprang mir nach und schon bei der Bierhalle hatte sie mich eingeholt. Ich wollte  aber nicht wieder zurück, denn ich hatte Angst, ich bekäme Prügel. Die Lehrerin riss mich daher mit  Gewalt wieder in die Schule zurück. Dort wurde ich nun mit einer stärkeren Schnur angebunden, so dass ich mich nicht mehr rühren konnte. Da versprach ich der Lehrerin, dass ich mich nun besser aufführen wollte.

1913 AS


Von meinem 3. Jahre an musste ich in die Kleinkinderschule. Weil ich in diese sehr ungern ging, führte mich meine Schwester die ersten Male dorhin. die Lehrerin, Frl. Schmid, berichtete von Zeit zu Zeit meiner Mutter, wie ich mich aufführte. Einmal bekam ich von einem grösseren Kaneben einen hölzernen Säbel. Da ich an letzterem eine grosse Freude hatte, wollte ich ihn gleich gebrauchen. Als auf den Schulplatz kam, sagte ich zu einigen Kameraden, wir wollten "Soldatlis" machen. Als diese einverstanden waren, sprangen wir einander nach um den Bach. Als mich einer halten wollte, versetzte ich ihm eins mit dem Säbel an den Kopf, dass er unglücklicherweise in den Bach fiel. In der Angst holte ich schnell die Lehrerin, welche dann den schreienden Kanaben aus dem Bach trug und ihn nach Hause schickte. Zur Strafe musste ich nach 4 Uhr im Zimmer bleiben. Als ich zuletzt ein Fenster öffnen konnte und eine Weile auf dem Fenstersimsen sass, sah mich von der Strasse ein Mann, welcher mich herunter nahm. Als ich nach Hause kam, wussten meine Eltern schon, was ich verübt hatte, und ich bekam zur Strafe kein Zoben.

1913 AM


In meinem vierten Lebensjahr spielte ich sehr viel mit meiner Puppe und mit meinem Puppenwagen. In derselben Zeit war der Bach noch nicht zugedeckt und über den Bach führte ein Steg.

Eines Tages wollte ich spazieren. Als ich in der Mitte des Steges war, überstellte sich der Wagen und fiel mit dem Inhalt ins Wasser, und ich blieb auf dem Steg stehen. Als ich sah, wie der Wagen und die Puppe den Bach hinab schwammen, fing ich jämmerlich an zu weinen. Als meine Eltern und Brüder das Geschrei hörten, meinten sie, ich sei in den Bach gefallen. Da kam einer meiner Brüder gesprungen und fischte alles wieder aus dem Bach. Vor Freuden hüpfte ich hinter ihm drein. Wir trockneten die ganze. Geschichte wieder, und am andern Tage ging ich wieder spazieren.

1914 FW


Vor etwa 90 Jahren:

Alle drei Jahre gab es ein Flugjahr der Maikäfer. Diese Tiere zu sammeln und in Kartonschachteln zu verfrachten, machte Spass. Sie zu beobachten oder über den Arm laufen zu lassen war ein eigenartiges Gefühl. Die Beine hatten nämlich kleine Widerhaken.

Mit Kesseln (wichtig: mit Deckel) zog man aus, die Käfer einzusammeln, was vor allem früh morgens gut ging, weil die Käfer noch schliefen und leicht von den Bäumen geschüttelt werden konnten. In den Kesseln krabbelten sie wild durcheinander – hunderte sammelten wir zusammen.

Danach wurden sie mit heissem Wasser übergossen. Alle waren sofort tot. Der Gestank war aber so schrecklich, dass es mir fast den Magen kehrte. Danach trug man den Kessel auf den Acker, leerte ihn aus und bedeckte alles mit Erde. Man sagte, es sei ein guter Dünger.

Es gab auch die Möglichkeit, die Maikäfer in den Zolli zu bringen. Es gab sogar Geld dafür. Wieviel weiss ich nicht mehr, wahrscheinlich ein paar Batzen.

1930er Jahre MB


Vor etwa 80 Jahren

Wir spielten immer Auto-zählen! Die Hauptstrasse war dafür ideal. Es war spannend: Es kamen pro Stunde etwa 6 Autos.

1940er Jahre  MS