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1922 wurde beim Kiesabbau ein West-Ost ausgerichtetes Erdgrab entdeckt, in dem sich zwei massive eiserne Fussringe ‹mit einigen Zierwülsten› und ‹ein kupfernes, verarbeitetes Stück einer Schnalle in Form eines Schwans› lagen. Letzteres entpuppte sich als so genannte Maskenfibel - eine Gewandschliesse mit Menschenkopfdarstellung. Die erhaltenen Knochenreste stammen offenbar von einem gut 40jährigen Mann, obwohl man auf Grund der Funde (der heute verschollenen paarigen Fussringe) eher eine Frau vermuten würde.

Die Maskenfibel
Das wichtigste Stück aus diesem Grab, die Fibel, besitzt als augenfälligstes Merkmal einen so genannten Maskenkopf und einen massiven, dicken Bügel. Die Nadel mitsamt dazugehörender Spiralfeder fehlt heute und ist – wie zwei Niete auf der Unterseite des Bügels zeigen – bereits in antiker Zeit einmal geflickt worden. Maskenfibeln dieser Art datieren ins 5. Jahrhundert v. Chr., also in die frühe Latènezeit. Sie sind vor allem in einem Gebiet zwischen Mosel und Böhmen verbreitet. Die Fibel von Muttenz ist das einzige bekannte Exemplar aus der Schweiz und zugleich einer der südlichsten Fundpunkte dieses Typs. Dass ihr Wert schon zu ihrer Zeit besonders geschätzt wurde, zeigen die Spuren ihrer langen Tragezeit. 

Der Kopfkult der Kelten
Eine Neuerung der frühlatènezeitlichen Kunst bestand darin, dass kriegerische Themen allmählich überhand nahmen. Besonders krass ist die Darstellung berittener Krieger, welche die abgeschlagenen Köpfe ihrer Feinde als Trophäen mit sich führen – eine später von römischen Autoren als typisch keltisch bezeichnete Sitte. Der menschliche Kopf und fratzenartige, menschlich-tierische Mischwesen scheinen in der keltischen Kultur überhaupt einen besonderen Stellenwert besessen zu haben. 

Archäologie BL, Andres Fischer

13 Holderstuedeli Maskenfibel   13 Holderstuedeli Maskenfibel
Keltische Gewandschliesse mit Menschenkopf (Maskenfibel) aus einem Grabfund im Holderstüdeli. Höhe 4,2 cm. Frühe Latènezeit, 5. Jh. v. Chr. 
15 Stettbrunnen Toepferofen   17 Eisenmassel
 
  Alle Fotos: Archiv Archäologie BL

Literatur: Felix Müller, Die frühlatènezeitliche Maskenfibel von Muttenz-Holderstüdeli BL. Archäologie der Schweiz 2, 1979, 166-171